....warum wird man eigentlich Funkamateur.....?

Angefangen hat alles irgendwann mal in den 70ern. Ich hatte ein stetig wachsendes Interesse an technischen Dingen und begann, mich für alles was irgendwie mit Radios, Funkgeräten, Empfängern, Scannern zu tun hat, zu begeistern. Über kurz oder lang war´s dann klar - ich möchte CB-Funk machen.

Nachdem das Budget damals noch recht gering war mußte man fürchterlich lange sparen um an ein passendes CB-Funkgerät, Netzteil und ein paar Zubehördinge zu kommen. Eines Tages war es dann soweit und das ersehnte Gerät stand auf dem Tisch. Ich hatte richtig Glück daß ich gleich darauf zufällig einen Funkamateur kennenlernte der mir eine CB-Stationsantenne schenkte - eine Groundplane mit allem Befestigungsmaterial plus 30 Metern Koaxkabel! Als das Teil auf dem Dach stand und alles angeschlossen war ging es auch gleich zur Sache und es folgten viele QSO´s mit den Stationen aus meiner Umgebung.

Eines Tages war dann die AM/FM-Funkerei nicht mehr ausreichend - und nachdem man von einem benachbartem "CB-DXer" mal vorgeführt bekam wie gut das doch mit einer SSB-Gerätschaft bei einigermaßen angehobenen Bedingungen ging wurde man sogleich " angesteckt" - kurze Zeit darauf stand dann entsprechendes Gerät auf dem Tisch. So groß wie die Begeisterung an den europaweiten QSO´s war jedoch auch die Angst, eines Tages Besuch von der "Post" zu bekommen - man bewegte sich ja im illegalen Bereich! Aber - toll war´s! Heute noch liegen ein paar Kartons mit QSL-Karten aus der damaligen Zeit im Schrank.....eine Zeit, die unvergessen bleibt...

Jahre später kam dann der große "Einbruch". Die CB-Stationen wurden immer weniger - dort wo früher noch rund um die Uhr Funkbetrieb war, hörte man nur noch vereinzelt ein paar Leute - teilweise tagelang überhaupt niemanden mehr. Das Interesse am CB-Funk nahm stark ab, Internet und Handies wurden zum einfachen "Kommunikationsrenner" und lösten den Funkbetrieb auf den CB-Kanälen nahezu komplett ab. So hatte ich auch immer weniger Kontakte auf den Frequenzen bis eines Tages das Hobby nur noch sporadisch oder gar nicht mehr aufrechterhalten wurde. Was also tun?

Die Entscheidung war dann im Jahre 2000 gefallen. Ich besorgte mir die entsprechenden Unterlagen und büffelte auf die Amateurfunklizenz. Nach etwa drei Monaten abendlichem Lern- und Prüfungsstoff meldete ich mich zur Prüfung in München an. Um 9 Uhr war der Prüfungsbeginn - etwa 20 Minuten später hatte ich entsprechende Fragebögen ausgefüllt und mußte nun draußen warten bis der letzte fertig war. Eine gewisse Nervosität machte die Wartezeit zur Ewigkeit - hab ich´s nun geschafft oder nicht? Etwa eine Stunde später kam dann der Prüfer und sein Beisitzender und wir wurden alle zur Ergebnisverkündung in einem Nebenraum versammelt. Als ich an die Reihe kam und der Prüfer mir zur bestandenen Lizenz gratulierte - jaaa - das war schon ein tolles Gefühl! Mein Wunschrufzeichen "DO1MDE" war auch noch nicht vergeben - und die schriftliche Ausfertigung lag dann zwei Tage später in meinem Briefkasten!!!

Inzwischen sind einige Jahre vergangen - die Begeisterung für die Funkerei ist gleichgeblieben und so hat sich nun der "Funktisch" um einiges an Geräten und Zubehör erweitert. Sicherlich hab´ich inzwischen auch Internet und Handy - aber diese Kommunikationsmittel sind weder Konkurrenz oder Vergleich mit dem Amateurfunk. Die weltweite Kommunikation ist heutzutage kein Problem durchs weltweite Netz - und selbst für den absoluten Laien ist es möglich, in kurzer Zeit einen Computer aufzustellen, anzuschließen und in einem Chat mit der ganzen Welt verbunden zu sein. Eine tolle Sache! Schnell, zuverlässig, günstig....einfach für jedermann zu verwirklichen.

Der Funkamateur der sein Hobby mit der entsprechenden Begeisterung betreibt wird diese Möglichkeiten sicherlich für sich nutzen. Information, Kontakte zu Gleichgesinnten, einfacher Zugang zu technischen Daten, Schaltpläne oder dem Download von Amateurfunksoftware - das Internet ist ein prima Hilfsmittel um unkompliziert an die erwünschten Sachen zu kommen. Aber die Faszination, mit einem passenden Funkgerät - vielleicht einer selbstgebauten Antenne - durch vorheriges informieren über die benötigten Ausbreitungsbedingungen, Antennenrichtung, Betriebsart - seinen "persönlichen Volltreffer" zu landen indem die langersehnte seltene Insel oder ein ferner Kontinent gearbeitet wird - dieses Gefühl über den Erfolg kann einem kein Internet geben. Die Kenntnisse im Umgang mit der Technik, erfolgreicher Eigenbau und Experimentierwille, Erfahrungen sammeln, Funkwettbewerbe miterleben, interessante Kontakte in aller Welt mit den unterschiedlichsten Menschen ohne politische oder rassistische Vorurteile - das ist das faszinierende Erlebnis das der Funkamateur hat und so in seinem Hobby aufgehen kann.

...wie - hab´ich vielleicht jemanden auf den Geschmack gebracht? Interessierte sollten vielleicht mal auf der Homepage des Deutschen Amateur Radio Clubs vorbeischauen (www.darc.de)......und ich würde mich freuen wenn eines Tages auch einer von euch auf den Frequenzen mit eigenem Rufzeichen zu hören wäre...

.....hier ein paar Fotos meiner derzeitigen Gerätschaften....

Yaesu FT 950 - für Kurzwelle von 10 - 160 Meter, 100 Watt, DSP, Automatiktuner on board....das Hauptgerät für Kurzwelle im Shack.

ICOM ID 5100 - Twinbander für 2m/70cm inclusive D-Star/GPS für den Funkbetrieb im Auto.

Yaesu FT 897 D - Transceiver für Kurzwelle, 6 Meter, 2 Meter, 70 cm mit allen Betriebsarten und Wideband-Empfänger - mit kompakten Maßen für portable Einsätze. Nachträglich wurde für den portablen Einsatz der Automatiktuner LDG 897 plus nachgerüstet.

Für den VHF/UHF-Funkbetrieb ist entweder die Vertikalantenne Diamond X 510 N  oder die Diamond X 50 im Einsatz. 

Die Antenne für die Kurzwellenbänder von 160 - 10 Meter ist eine "Inverted-Vee" mit einer Länge von 2 x 18 Metern. Angepasst wird sie durch einen Automatiktuner der sich unten am Mast in einem wassergeschütztem Gehäuse befindet. Von dem Tuner aus geht eine Zweidrahtleitung (Hühnerleiter) nach oben zu den Antennendrähten.

Das untere Foto zeigt die "Sendezentrale".....

Das untere Foto zeigt den in meinem Auto installierten VHF/UHF-Transceiver ICOM ID 5100 - und den für TV-Empfangsversuche angeschlossenen DVB-T-Portabelfernseher.

 ....im "hinteren Shack" alles unter Kontrolle...Bordspannung, Amperemeter, Watt, kWh-Zähler in einem..

..zwei Antennen für VHF/UHF.....vorne Diamond M 510, hinten Diamond NR 770 H.

..mal schnell aufgebaut - Portabeleinsatz mit Yaesu FT 897.

ICOM IC E92D - Handfunkgerät mit 2m/70cm und D-Star-Unit - mein Begleiter für unterwegs.

Icom IC E 2820 - "zuständig" für den Funkbetrieb auf 2m/70cm inclusive "D-Star".

Daiwa DLA80H.....kleine Endstufe zur Unterstützung des Handfunkgerätes bei D-Star-Betrieb. VHF 80 Watt / UHF 60 Watt....

Oben - Übersicht des Stationstisches und Überwachung der Antennensysteme mit gleichzeitiger Anzeige des SWR und der Sendeleistung.

Unten - auf dem linken Mast (GEROH 10 Meter Kurbelmast) die X 510 für VHF/UHF. Auf dem kippbaren 10-m-Gittermast die X 50 für VHF/UHF - und die daran montierte Inverted-Vee für den Kurzwellenbereich von 1,8 - 28 MHZ (160 - 10 Meter). Durch den unten am Mast montierten Automatiktuner lässt sich die Antenne durchgehend über den gesamten Kurzwellenbereich sende- und empfangsseitig anpassen. Somit ist das System auch für den Empfang von KW-Radiobändern geeignet.

Wassergeschütztes Gehäuse für den Automatiktuner CG-3000. Zwei LED-Lampen zeigen an sobald die Antenne "aktiv" ist - wenn der Tuner eingeschaltet ist.

 
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