„Wideband-Monitoring“…. was versteckt sich dahinter??

 

…eigentlich nichts besonderes. Übersetzt heißt das in etwa „Breitband-Überwachung“ – was man allerdings im Zeitalter des allgemeinen „ausspionierens“ nicht für zu ernst nehmen sollte!

 

Sollte also im allgemeinen Amateurfunk gerade nichts los sein oder sich kein Gesprächspartner einfinden, kann man mit den vorhandenen Geräten ja auch einfach mal über alle möglichen Frequenzen drehen und zuhören. Es gibt ja auf den vielen Bändern die man empfangen kann auch noch andere Aussendungen als nur den Amateurfunkdienst. Der eine oder andere kennt das vielleicht aus den früheren Jahren als es noch keine TV- und Radiosender vom Satelliten gab und man manchmal den „Kofferradio“ einschaltete um ein bißchen auf den Lang-, Mittel- und Kurzwellenbändern herumsuchte was es denn dort so alles gibt. Trotz der inzwischen riesigen Auswahl an Satelliten- und Internetmedien ist noch richtig was auf der Kurzwelle los und der eingefleischte „SWL“ (Kurzwellenhörer) kann mit relativ geringem Aufwand noch vieles dort empfangen. Angefangen bei der Längst- und Langwelle auf der beispielsweise unser bekannter Zeitzeichensender „DCF77“ der die sogenannten Funkuhren steuert beheimatet ist – über den einen oder anderen Mittelwellensender – bis zur Kurzwelle die meiner Auffassung nach der interessanteste und vielfältigste Bereich ist. Dort hält sich sogut wie alles auf was größere Entfernungen via Funkwellen überbrücken möchte.

Es gibt im Internet viele Seiten mit Informationen welche Funkdienste oder Aussendungen auf welchen Frequenzen empfangen werden können – oder aber im Buchhandel gibt es auch entsprechende Bücher (Spezial-Frequenzliste 9 kHz – 30 MHz) die sehr hilfreich beim Funkempfang und der Entdeckung solcher Aussendungen sein können.

Inzwischen ist ja in sogut wie jedem Haushalt ein Computer vorhanden. In Verbindung mit einem Weltempfänger oder professionellem KW-Empfänger lassen sich auch Aussendungen im Morsecode decodieren und als Klartext auf dem Bildschirm darstellen. Selbst für Funkfernschreiben (RTTY), Standbildübertragung (SSTV) oder anderweitige digitale Übertragungsverfahren gibt es sehr viele Amateurfunkprogramme als kostenlose Vollversionen daß man überall ein bißchen „mitspielen“ kann.

 

Auf den „höheren“ Frequenzen (VHF/UHF oder auch UKW genannt) gibt es zwar auch diverse Amateurfunkbänder auf denen ziemlich was geboten ist – aber auch da lassen sich interessante Funkdienste abhören. Sicherheitshalber möchte ich gleich von Vornherein darauf hinweisen daß das abhören von BOS-Funkdiensten (Behörden mit Ordnungs- und Sicherheitsaufgaben wie Polizei, Feuerwehr etc.) bei Strafe verboten ist. Aber das ist ja nicht alles was dort existiert….

Ein Beispiel möchte ich hier anführen. Wer mal von einem oder mehreren Wettersatelliten ein brandaktuelles Wetterbild empfangen möchte, könnte mit einem recht einfachen Suchlaufempfänger (oder auch Scanner genannt), einer kleinen Außenantenne auf dem Dach oder am Balkon, seine Erstversuche machen. Solche Scanner bekommt man für kleines Geld in so manchen Internetauktionen als Gebrauchtgeräte – und selbst neu kosten die auch nicht mehr besonders viel. Über die Kopfhörerbuchse wird der Scanner mit dem Soundkarteneingang des PC´s verbunden – und eigentlich kann´s dann schon losgehen.

Da Wettersatelliten „umlaufende“ Satelliten sind die mehrmals am Tag die Erde umfliegen braucht man sich allerdings nicht stundenlang vor das Gerät setzen und auf den Satelliten zu warten. Mit einem „Satelliten-Tracker“ wie beispielsweise das Programm „Orbitron“ kann man sehr schön und genau vorhersagen lassen wann einer der NOAA-Satelliten den eigenen Wohnort oder zumndest den eigenen Empfangsbereich überfliegt. Orbitron gibt´s ebenfalls umsonst auf www.stoff.pl …..ein meiner Meinung nach richtig tolles Programm….

 

Beim Scannerbetrieb – oder wenn jemand so ein Gerät gekauft hat und dann mal über die Frequenzen drehen möchte – es sind auch durchaus im VHF/UHF-Bereich viele, viele Frequenzen im Internet veröffentlicht wo sich was „interessantes“ tut. Ansonsten empfehle ich auch da wieder die „Spezial-Frequenzliste 30 MHz – 4 GHz“ vom Siebel-Verlag dazuzukaufen – ein absolut gutes Nachschlagewerk für jeden „Frequenzjäger“….

 

Zum Schluß sei gesagt – man sollte immer die geltende Gesetzeslage beachten was das abhören von Funk oder Funkdiensten betrifft. Seit langem schon wurde die Gesetzeslage so geändert daß auch ohne Amateurfunklizenz entsprechende Geräte gekauft, besessen und zum reinen Empfang auch betrieben werden dürfen. Was ich schon alles auf meiner Frequenzjagd empfangen, gehört oder decodiert habe, kann – darf und will ich hier nicht veröffentlichen. Allerdings werde ich bald ein paar schöne Beispiele des legalen Empfangs versuchen hier einzustellen.

 

Sollten Fragen zu diesem Beitrag anliegen, scheut euch nicht, euch per Mail zu melden – ich werde schauen daß ich dann entsprechende Tips oder Hinweise zum VHF/UHF- und Kurzwellenempfang geben kann.

 

Mit vielen Grüßen / best regards

Vy 73´s!

 

Mike

SSTV-Bilder - empfangen auf 14.230 MHz USB - decodiert mit "MultiPSK".

01 - Volmet Innsbruck  130.475 MHz AM - .mp3 01 - Volmet Innsbruck 130.475 MHz AM - .mp3
Size : 2831.144 Kb
Type : mp3

Mitschnitt des Flugwettersenders Volmet Innsbruck auf 130,475 MHz AM - Senderstandort Zugspitze. Signal 5/9+10 - Empfangsantenne Logperiodic.

Die folgenden 4 Bildschirmfotos zeigen Funkverbindungen in der digitalen Betriebsart PSK31 - mitgeschnitten auf 14.070 MHz. Das erste Foto zeigt das verwendete Programm "MultiPSK" im sogenannten "Panorama-Modus" mit dem ein ganzer Frequenzbereich nach Funksignalen überwacht werden kann.

Folgendes Bild zeigt eine PSK31-Verbindung zwischen UT5ULX (Anatoly aus Kiev/Ukraine) mit W4FGA (John aus Highfalls/USA).

..und ein QSO von UT5ULX mit DL1GZW (Hans aus Meerane).

 und noch ein Mitschnitt von OK2BET (Jarek aus Zidlochovice/CZ) mit OH6MM (Ole aus Jakobstad/Finnland).

 
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